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Barmer GEK: Krankengymnastik schon für Kinder

Die Medizinisierung der Kindheit schreitet voran. Laut Barmer GEK Heil- und Hilfsmittel-Report 2010 erhielten 2009 rund 4,7 Prozent aller Kinder im Alter bis 13 Jahren Physiotherapie. Gleichzeitig sind unter den häufigsten Diagnosen im Verordnungszeitraum die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zu finden, wovon Rückenbeschwerden rund 47 Prozent ausmachen.

Ja, rund 29 Prozent der Kinder mit entsprechender orthopädischer Diagnose erhalten Physiotherapie. Barmer GEK Vorstandsvize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker: „Kinder mit unspezifischer RückenschmerzDiagnose und Krankengymnastik-Verordnung müssen stutzig machen. Hier drängt sich die Frage auf, inwieweit die Gründe auch im sozialen Umfeld und in erzieherischen Defiziten zu suchen sind.“

Die Hilfsmittelversorgung von Kindern zeigt aus Sicht der Barmer GEK Tendenzen zur Überversorgung: So lag 2007 der Anteil der in der ehemaligen GEK versicherten Kinder bis 13 Jahren mit mindestens einer orthopädischen Einlagenverordnung bei 4,9 Prozent. Dagegen ist die Anzahl der Kinder mit objektivem medizinischen Bedarf deutlich geringer: Nur 1,3 Prozent dieser Kinder wurde ein „Plattfuß“ diagnostiziert. Einlagen machen bei Kindern rund 40 Prozent aller verschriebenen Hilfsmittel und 24 Prozent der Hilfsmittelgesamtausgaben aus.

Orthopädietechnik und Kassenleistungen in Gefahr?

Handelt es sich tatsächlich um Überversorgungen, wird diese einfache Möglichkeit, schnell abzurechnen, nicht mehr lange bestehen. Das im Allgemeinen ein Rückgang der Kassenleistungen zu erwarten ist, ist allen im Bereich der Orthopädietechnik klar. „Nicht ausbeuten, sondern angemessen Versorgen“; nimmt jeder was er kann, steigen die Kosten drastisch! Besser ist es, zu haushalten und nur da zu versorgen, wo eine medizinische Notwendigkeit besteht. Somit wären dann die Zukunftsaussichten besser.

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