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Barmer GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2010: Ausgaben für Hilfs- und Heilmittel gestiegen

Die Ausgaben für Hilfsmittel in der Barmer GEK im Jahre 2009 stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent auf 670,7 Millionen Euro, für Heilmittel um 4,3 Prozent auf 618,4 Millionen Euro. Das entspricht einem Anteil von rund 3,12 bzw. 2,87 Prozent an den Gesamtausgaben. Zu diesem Ergebnis kommt der Heil- und Hilfsmittelreport 2010, den das Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen  im Auftrag der Barmer GEK erstellte.

Zum Vergleich: Von den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 2009 in Höhe von 175,6 Milliarden Euro entfielen 5,5 Milliarden bzw. 3,13 Prozent auf die Hilfsmittel (+5,8 Prozent) und 4,5 Milliarden Euro bzw. 2,56 Prozent auf die Heilmittel (+ 2,3 Prozent gegenüber 2008).

Physiotherapie ist klarer Spitzenreiter

 

Im Heilmittelbereich dominiert allein die Physiotherapie. Allein auf sie entfielen 442,6 Millionen Euro (+4,64 Prozent je Versicherten). Mit 83,3 Millionen Euro und 59,2 Millionen Euro folgen Ergotherapie und Logopädie (+4,56 Prozent bzw. +4,27 Prozent). Die Pro-Kopf-Ausgaben für Heilmittelbehandlungen liegen in der Physiotherapie bei 283 Euro (bei 1,57 Mio. betroffenen Versicherten), in der Ergotherapie bei 961 Euro (86.719 Versicherte), in der Logopädie bei 662 Euro (89.407 Versicherte). Fast jeder sechste Versicherte der Barmer GEK war 2009 in physiotherapeutischer Behandlung.

Barmer GEK plädiert für Kosten-Nutzen-Prüfungen

Angesichts kontinuierlicher Steigerungsraten, technologischer Neuerungen und berufsständischer Entwicklungen – allein im Bereich Physiotherapie wuchs die Zahl der Beschäftigten zwischen 2000 und 2008 um rund 75 Prozent – vermisst Glaeske noch hinreichende Transparenz. „Heil- und Hilfsmittel werden trotz steigender Bedeutung weiter von der Versorgungsforschung vernachlässigt. Wirksamkeit und Nutzen insbesondere der Hilfsmittelprodukte bleiben oft ungeprüft, personenbezogene und diagnosegestützte Analysen sind Mangelware.“ Angesichts fehlender Kodierungsstandards und -formate und einer unübersichtlichen Vertragslandschaft im produktgetriebenen Hilfsmittelbereich regt Glaeske unter anderem die Gründung einer Task Force „Hilfsmittel“ an.

Auch Barmer GEK Vorstandsvize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker sprach sich für eine Ausweitung der Kosten-Nutzen-Bewertung auf den Hilfsmittelsektor aus. Einer Ausweitung der Kostenerstattung, wie von der schwarz-gelben Koalition geplant, erteilte er indes eine Absage. Dabei verwies er auf Erfahrungen im Hilfsmittelmarkt: „Hier ist das Prinzip von Vorkasse und Kostenerstattung längst gang und gäbe. Mehr Transparenz ist damit allerdings nicht verbunden.“ Vielmehr komme es zu erheblichen Mehrkosten für den Patienten, ohne dass ein erhöhtes Kostenbewusstsein oder gar eine sinnvolle Leistungssteuerung die Folge wäre.

Orthopädie nicht unbetroffen

Sicher wird dies auch Auswirkungen auf die Orthopädietechnik haben. Durch die steigenden Hilfsmittelkosten, wird es in der Zukunft eher zu einem Rückgang der Kostenübernahmen im Hilfsmittelbereich kommen. Wird vieles Privatisiert werden? Werden in Zukunft die orthopädische Einlagen nicht mehr von der Krankenkasse gezahlt? Hat es Auswirkungen auf die Übernahme der Kosten von orthopädischen Schuhen?

Es bleibt abzuwarten, was es genau für die Orthopädie in Zukunft bedeuten wird.

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