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Diabetiker-Studie belegt Wirksamkeit von DMP

Die medizinische Versorgung von Diabetikern in so genannten Disease-Management-Programmen (DMP) ist nachweislich besser als bei nicht teilnehmenden Diabetikern. Dies belegt eine Studie, deren Ergebnisse von der Barmer GEK gemeinsam mit dem Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität zu Köln im Journal „Health Affairs“, veröffentlicht wurde.

Für die DMP-Gruppe wurde nicht nur eine erheblich geringere Sterblichkeitsrate verzeichnet. Auch traten diabetische Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Nierenversagen oder Amputationen nach vier Jahren seltener auf. Die Gesamtausgaben für Krankenhaus und Arzneimittelverordnungen haben sich binnen vier Jahre um rund 330 Euro günstiger entwickelt als in der Kontrollgruppe der nicht eingeschriebenen Diabetiker. In Deutschland gibt es über 6 Millionen Diabetiker Typ 2. Allein die Barmer GEK versichert rund 660.000 Diabetiker, wovon ca. 390.000 bzw. 60 Prozent bereits an strukturierten Behandlungsprogrammen teilnehmen.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, betont:

„Das ist bislang die hochwertigste Studie zur Wirksamkeit der Behandlungsprogramme für Diabetiker. Sie erfüllt alle Anforderungen an ein methodisch anspruchsvolles Studiendesign und dokumentiert einen eindeutigen Patientennutzen.“

DMP-Evaluation reformieren

Schlenker fordert zusätzliche Anstrengungen im Bereich DMP-Evaluation: „Wir brauchen weitere Studien im Kontrollgruppendesign mit möglichst großen Gruppen und langen Zeiträumen.“ Außerdem regt der Barmer GEK-Vize eine gesetzliche Stärkung der DMP-Evaluation an. Kassen sollten nicht nur pseudonymisierte Daten von DMP-Teilnehmern liefern, sondern von allen erkrankten Versicherten. Ein Expertengremium könnte die Daten kasssenübergreifend zusammenführen und nach festen Indikatoren auswerten. „Ziel muss eine valide nationale Versorgungsberichterstattung für die wichtigsten chronischen Erkrankungen sein.“

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