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Krankenkassen-Vorstände erhielten 2010 mehr Geld

Die Vorstandsgehälter der gesetzlichen Krankenkassen sind im Jahr 2010 erneut gestiegen. 69 von 114 Krankenkassen zahlten ihren Vorständen mehr Geld als im Vorjahr. Sogar Krankenkassen, die von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen, erhöhten die Vorstandsbezüge. Das ergab eine Auswertung des Internetportals „Krankenkassen.de“. Grundlage sind die im Bundesanzeiger veröffentlichten Vorstandsgehälter von gesetzlichen Krankenkassen.

Topverdiener unter den Krankenkassen-Chefs ist, wie im Vorjahr, Norbert Klusen, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Sein Jahresgehalt stieg auf 278160 Euro. Herr Klusen verdiente demnach rund 8.000 Euro mehr als 2009. Das rechnerisch zweithöchste Gehalt erhielt der letzte Vorstandsvorsitzende der Signal Iduna IKK, Torsten Leonhard. Rechnet man sein Gehalt bis zur Fusion zur Vereinigten IKK im Juli 2010 auf das Gesamtjahr hoch, läge er mit 259600 Euro auf dem zweiten Platz.

Ihm folgt Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK, mit Bezügen von 240934 Euro. Obwohl die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangt, stieg die Vergütung von Rebscher um rund 5000 Euro. Die Chefin von Deutschlands größter Krankenkasse Barmer GEK, Birgit Fischer, liegt mit Bezügen von 210000 Euro nur auf Platz 8 der Gehälter von Krankenkassen-Vorständen. Ihr Einkommen dürfte demnächst aber kräftig steigen, vermutet man bei „Krankenkassen.de“. Im Mai 2011 wechselt Fischer zum Verband forschender Arzneimittelhersteller und dürfte Branchenexperten zufolge dort das Doppelte verdienen, wie das Internetportal meldet. Höhere Vorstandsgehälter gab es 2010 auch bei Krankenkassen, die von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag fordern. Ingo Kailuweit von der KKH-Allianz verdient insgesamt 224655 Euro. Auch bei der BKK Gesundheit wird nicht am Vorstand gespart. Dort leistet man sich seit der Fusion im Jahr 2009 zwei Vorstände, die sich abwechseln. Einer verdiente im letzten Jahr 170000 Euro, der andere 180000 Euro. Anders scheint die Situation bei der angeschlagenen BKK für Heilberufe. Sie kürzte die Bezüge von Vorstand Hans-Joachim Röminger um 50000 auf 86000 Euro. Allerdings verdient Röminger nicht weniger als im Vorjahr. Denn Röminger ist gleichzeitig Vorstand der pronova BKK, die sein Gehalt um den gleichen Betrag auf fast 200000 Euro aufstockte. Insgesamt verdient er dadurch mehr als TK-Chef Klusen.

Das Internetportal Krankenkassen.de veröffentlicht seit 2008 jährlich eine Liste der Krankenkassen-Vorstandsgehälter. Für das Jahr 2011 wurden die Gehaltsangaben von 114 geöffneten Krankenkassen ausgewertet. Die Durchschnittsbezüge eines Krankenkassen-Vorstands liegen demzufolge bei rund 121000 Euro. Einschließlich Bonuszahlungen wurde 2010 ein Durchschnittswert von etwa 137000 Euro erreicht.

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