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Charcot Fuß, lat. auch Neuro-Osteoarthropathie genannt
Unter einem Charcot Fuß versteht man im Allgemeinen das Endstadium des Diabetischen Fußsyndroms.

Wie entsteht ein Charcot Fuß?

Beginnend mit einer Angiopathie und der daraus resultierenden Neuropathie kommt es zu einer Mangelversorgung des Knochens und somit zu dessen Abbau. Durch die Neuropathie ist es für den Diabetiker nicht mehr möglich, eine Fehlbelastung der Füße wahrzunehmen. Der ohnehin schon geschwächte Knochen erleidet zuerst kleine Frakturen, welche unbemerkt bleiben. Durch weitere Fehlbelastungen kommt es schließlich zum völligen Einbruch des Längstgewölbes und zum Absenken des Quergewölbes. Das führt zu einer Verwachsung der Knochen in einer falschen Anordnung.

  • Stadium 1 Zerstörung von Knochen und Gewebe
    Der Charcot Fuß wirkt zunächst geschwollen und überwärmt, ohne jedoch Schmerzen zu verursachen. Nach einer unspezifischen grobflächigen Osteoporose kommt es auch zu spontanen Ermüdungsfrakturen. In diesem Stadium kommt es häufig zur Erhöhung des Knochenstoffwechsels.
  • Stadium 2  Umbauphase
    Unharmonische Umbauung der Knochen mit spontanen Luxationen, Subluxationen und Deformierungen des Fußes. Aufgrund der Neuropathie ist dieses Stadium nicht spürbar.
  • Stadium 3 Knochenneubildung
    Das Fußskelett stabilisiert sich, wobei Bereiche mit Verknöcherungen und Knochenabbau direkt nebeneinander auftreten. Leider verknöchert der Charcot Fuß äußerst selten in orthograder Stellung.

Typen des Charcot Fußes

Typ 1 Metatarsophalangealgelenke

Hierbei treten Nekrosen im Bereich der Zehengrundgelenke auf, welche zu einer Knochenresorption an den Mittelfußköpfchen und Zehengliedern führen. Die entstandenen Matatarsalstummel bohren sich in der Abstoßphase durch die Fußsohle, was zu einem Malum perforans führt.

Typ 2 Tarsometatarsalgelenke

Bildung eines akuten Plattfußes mit Luxation der Lisfranc Gelenke und Vorfußabduktion. Aufgrund hoher Druckbelastung kommt es zu Ulzerationen.

Typ 3 Talo Navikulare Bereich

Durch den totalen Zusammenbruch des Längstgewölbes entsteht der klassische Diabetische Schaukelfuß, welcher sich durch Hackenfußstellung im Vorfußbereich bei gleichzeitiger Spitzfußstellung im Fersenbereich auszeichnet.

Typ 4 Oberes Sprunggelenk

Gekennzeichnet durch Nekrotisierung des Articulare talo cruralis. Der Rückfuß wird instabil und kippt nach lateral oder medial. Die meist noch intakte Fibula bohrt sich durch die Haut.

Typ 5 Unteres Sprunggelenk

Besonders das Articulare subtalaris wird in Mitleidenschaft gezogen. Ebenso kann es hierbei zu Frakturen des Calcaneus kommen.

Versorgung des Charcot Fußes

  • Ebenfalls unterscheidet man zwischen Akut oder Dauerversorgung. Bei akuten orthopädischen Versorgungen kommen Fußteilentlastungsschuhe oder kurzfristige Verbandsschuhe wie z.B WCS Schuhe zum Einsatz. Ebenso häufig greift man auch auf Zweischalenthrerapie- Entlastungsorthesen zurück. Zur Dauerversorgung zählen Orthopädische Schuhe mit diabetesadaptiertem Fußbett. Meist ist eine Versorgung mit einem Lucro Schuh nicht ausreichend.

Kann ich was zur Vorsorge eines Charcot Fußes beitragen?

Ja, dass können Sie. Kontrollieren und Pflegen Sie jeden Tag Ihre Füße. Zudem sollten Sie täglich Druckstellen kontrollieren, damit sich kein Ulcus bilden kann. Gerne wird Ihr Orthopädieschuhtechniker eine elektronische Fußmessung vornehmen.

Haben Sie einen Charcot Fuß? Kennen Sie jemanden, der einen Charcot Fuß hat? Sind Sie Arzt oder Orthopädietechniker und haben Erfahrung mit Charcot Füßen? Schreiben Sie uns einfach. Wie hat sich der Charcot Fuß bemerkbar gemacht? Welche Therapie ist wirkungsvoll?

Schreiben Sie einen Kommentar und teilen Sie so Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen mit anderen, zum Nutzen der Allgemeinheit!

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